Eine Atemtherapie dient einerseits der Behandlung von Atemwegserkrankungen, andererseits wird sie für psychologische und psychiatrische Zwecke vorgenommen. Die letztere Form der Atemtherapie oder auch Atempsychotherapie ist eine alternativmedizinische Methode, um das seelische Gleichgewicht herzustellen.
Sie gehört zu den körperorientierten Verfahren. Inzwischen ist eine ganze Reihe von Atemtherapien entstanden, die sich von der Vorgehensweise her unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen der ganzheitliche Ansatz, der eine untrennbare Verbindung zwischen Körper, Seele und Geist beschreibt. So kann mit dem Atem eine psychologische Wirkung erzielt werden.
Wann wird eine Atemtherapie durchgeführt?
Die Atemtherapie zu psychologischen Zwecken kann im Prinzip bei den meisten Menschen eingesetzt werden. Die Methode kann allgemein der Problembewältigung, Entspannung und Selbstfindung dienen. Sie kann das Wohlbefinden steigern und kann daher auch bei Menschen erfolgen, die eigentlich keine stärkeren psychischen Probleme haben. Anlässe können verschiedene Lebensphasen sein wie persönliche Krisen oder im Rahmen der Trauerarbeit nach Verlusten. Die Atemtherapie kann eine krankheitsvorbeugende Maßnahme sein.
In der Psychiatrie kann die Atemtherapie bei den meisten Störungen angewendet werden. Depressionen und Angsterkrankungen sind typische Störungen, bei denen die Atemtherapie eingesetzt wird. Hilfreich kann eine solche Behandlung bei Stresszuständen, beim Burn-Out-Syndrom oder bei Schlafstörungen sein. Auch Essstörungen und Zwangsstörungen gehören zu den Einsatzgebieten. Die Atemtherapie ist außerdem oft anwendbar auf körperliche Störungen, die aufgrund von psychischen Problemen entstanden sind (psychosomatische Erkrankungen).